Eine
Vertragsverlängerung – im Mobilfunk meist mit
VVL abgekürzt – bedeutet, dass man einen bestehenden Handyvertrag beim
gleichen Anbieter um eine neue Laufzeit verlängert, statt ihn zu kündigen und zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Häufig gibt es dazu ein neues, subventioniertes Smartphone.
VVL oder Neuvertrag?
Beim
Neuvertrag schließt man beim neuen Anbieter ab und nimmt seine Nummer per
Rufnummernmitnahme mit. Bei der
VVL bleibt alles beim Alten – Nummer, SIM-Karte und Kundenkonto laufen weiter, es gibt keinen Anbieterwechsel und keine Wechselformalitäten.
Preislich sind Neuverträge
meistens günstiger: Anbieter zahlen viel Geld für Neukunden und locken mit Wechselboni, während Bestandskunden ohnehin schon da sind. Trotzdem kann eine VVL sich lohnen, denn sie ist bequem und viele Anbieter machen ihren treuen Kunden gezielte Angebote, um sie zu halten.
Der Trick: verhandeln
Der Verlängerungspreis in der Kunden-App ist selten das beste Angebot. Wer bei der Kundenbetreuung anruft und dabei die konkreten Konditionen eines Mitbewerbers nennt, bekommt häufig einen deutlich besseren Preis, mehr Datenvolumen oder eine höhere Gerätesubvention. Noch mehr Verhandlungsmasse hat, wer die
Kündigung bereits ausgesprochen hat: Dann meldet sich oft die Rückgewinnungsabteilung mit dem eigentlich interessanten Angebot. Wichtig ist, alle Zusagen
schriftlich bestätigen zu lassen.
Der richtige Zeitpunkt
Verlängerungsangebote gibt es meist ab drei Monate vor Vertragsende. Vorsicht ist bei einer
vorzeitigen VVL geboten: Manche Anbieter starten die neuen 24 Monate sofort, sodass man die Restlaufzeit verschenkt. Fragen Sie deshalb immer nach, ab wann die neue Laufzeit läuft.
Was seit 2022 gilt
Verträge dürfen sich nach Ablauf der
Mindestvertragslaufzeit nicht mehr automatisch um ein weiteres Jahr verlängern. Sie laufen stattdessen unbefristet weiter und sind dann
mit einer Frist von einem Monat jederzeit kündbar. Wer also nicht aktiv verlängert, landet nicht mehr in einer neuen Zweijahresbindung – bleibt aber im alten, oft überteuerten Tarif hängen.
Rechnen, nicht raten
Ob VVL oder Wechsel günstiger ist, entscheiden die
Effektivkosten: Grundgebühr mal Laufzeit, plus Anschlusspreis und Gerätezuzahlung, minus alle Boni. Erst diese Summe ist vergleichbar. Stellen Sie das Verlängerungsangebot Ihres Anbieters also einem aktuellen Neuvertrag aus unserem
Tarifvergleich gegenüber – oder prüfen Sie, ob ein
Handy ohne Vertrag plus günstiger SIM-only-Tarif nicht insgesamt billiger kommt.